Pilates
Balance zwischen Körper und Geist
Pilates ist voll im Trend - Kurse in Studios und Sportvereinen gibt's wie Sand am Meer. Sie versprechen das Vollprogramm für Körper und Geist, die perfekte Mixtur aus Kontrolle und Konzentration. Man sollte aber einiges beachten, damit das Training nicht schmerzhaft endet.
Pilates hat Europas Fitness-Studios erobert und bringt selbst geübteste Sportprofis ins Schwitzen. Die Übungen konzentrieren sich vor allem auf das "Powerhouse" - die Körpermitte, das Zentrum in dem die Spannung entsteht, die beim Pilates unverzichtbar ist. Im Powerhouse entstehen alle Bewegungen der Beine und Arme und werden dort auch koordiniert. Dafür hat Pilates 500 Gymnastikkombinationen kreiert.
Was elegant und meist mühelos wirkt, ist tatsächlich extrem anstrengend. Das "Powerhouse", der Inbegriff jeder Pilates-Übung, erreicht man, indem man sich vorstellt, man schlüpft in eine zwei Nummern zu kleine Jeans. Man schließt den Reißverschluss und den Knopf, zieht dabei den Beckenboden hoch und den Nabel nach innen zur Wirbelsäule. Wichtig ist, sich auf die langsamen, fließenden Bewegungen zu konzentrieren - und auf das richtige Atmen.
Erfunden hat diese Methode der Deutsche Joseph Hubertus Pilates - er wanderte in den 20er Jahren nach New York aus und gründete dort das erste Pilates-Studio. Sein Credo: "Nach 10 Stunden fühlst Du Dich besser. Nach 20 Stunden siehst Du besser aus. Nach 30 Stunden hast Du einen neuen Körper."
Die sanfte Mischung aus Dehnung und Kräftigung strafft die Muskeln. Ungewohnte Bewegungen, deshalb ist es wichtig, am Anfang immer mit einem Lehrer zu trainieren. Profitänzer und Berufssportler nutzen Pilates besonders gerne, denn dabei werden mehrere Muskelpartien gleichzeitig beansprucht und eingefahrene Bewegungsmuster durchbrochen - Balance und Haltung verbessern sich.
Zentrales Element von Pilates-Übungen ist die Präzision und die Kontrolle, mit denen die Übungen durchgeführt werden. Gestärkt werden vor allem die tiefen Bauchmuskeln, der Beckenboden und die kleinen Muskeln rund um die Wirbelsäule - besonders wichtig für Menschen mit Rückenproblemen. Pilates empfiehlt sich bei Menschen, die Probleme in der Koordination im gesamten Rumpfbereich haben. Die können sich in Hohlkreuz- oder Fehlhaltungen und Schmerzen äußern. Es ist eine Möglichkeit, die Koordination des gesamten Rumpfbereiches zu stabilisieren.
Das Besondere bei Pilates: Es kann auch Verletzten helfen, denn mit den Übungen kann man auch im Sitzen und Liegen mit winzig kleinen Bewegungen die Muskeln wieder aufbauen.
Pilates eignet sich nicht nur für Tänzer, Sportler und Menschen mit Rückenproblemen - es hilft vor allem dabei, sich in seinem eigenen Körper so wohl wie möglich zu fühlen. Einfache Übungen für eine komplexe Welt: Pilates verspricht die Balance zu finden zwischen Körper und Geist.
Tipps:
An und für sich ist Pilates für jeden geeignet, der seinen unteren Wirbelsäulenbereich aktivieren will. Schließlich setzen die Übungen dort an, wo durch Sitzen und Stehen täglich Fehlbelastungen entstehen und die Muskeln zu wenig beansprucht werden, um das ausbalancieren zu können.Da durch falsch durchgeführtes Training, Beschwerden und Schmerzen noch verschlimmert werden können, sollte man sich nur erfahrenen Trainern anvertrauen. Sportmedizinische Erfahrungen sind von Vorteil. Der Kurse sollten nicht zu groß sein, damit die Betreuung intensiver ist. Ein individuelles Gespräch vor dem Kurs sollte Voraussetzung sein. Eine Grundregel sollte man außerdem beachten: Ziehen darf es, wehtun aber soll es nicht.
Pilates ist neben Trend– auch ein Gesundheitssport. Viele Krankenkassen bieten eigene Kurse zur Prävention an oder bezuschussen solche Kurse.
